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Aktuelles 15/07/2025

Reformieren, ja. Ersticken, nein.

Reformieren, ja. Ersticken, nein. Seit allzu langer Zeit erleiden die Behandler ein ungerechtes und starres System. Eingeschränkte Freiheit, sinkende Kaufkraft, unbeherrschbare Verwaltung… Und morgen sind es die Patienten, die den Preis dafür zahlen.

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réformer

Es wird viel über die den Ärzten auferlegten Änderungen gesprochen: Deckelung der Zuschläge, Pflicht zur Anwendung des konventionierten Tarifs für Patienten mit Anspruch auf die erhöhte Kostenbeteiligung (BIM) und noch strengere Regeln in der freiberuflichen Praxis als im Krankenhaus.
Für sie ist das neu.
Für uns – Kinesitherapeuten, Logopäden, Pflegekräfte, Hebammen – ist das seit fast immer unsere Realität.

Wir waren die Ersten, die unter diesen Zwängen gearbeitet haben:
– Zuschläge für BIM-Patienten verboten.
– LIKIV-Vorteile nur für zu 100 % konventionierte Leistungserbringer.
– Um 25 % reduzierte Kostenerstattung für Patienten von nicht konventionierten Leistungserbringern.
– Teilkonventionierung verboten: ganz oder gar nicht.
– Tarifliche Freiheit zunehmend geregelt, ja sogar neutralisiert.

Und das alles in einem System, das immer mehr verlangt, ohne die Mittel bereitzustellen, um mitzuhalten.

Unsere Kaufkraft sinkt, trotz steigender Arbeitsbelastung.
Die Indexierung hält nicht mehr Schritt. Die Kosten explodieren: Mieten, Material, Software, Energie, Versicherungen …
Doch unsere Honorare bleiben eingefroren, unsere Margen werden gedrückt, und unsere berufliche Freiheit wird immer weiter eingeschränkt.

Man behauptet, die Zugänglichkeit der Versorgung zu verteidigen, doch die Maßnahmen werden stets zulasten der Leistungserbringer durchgesetzt – und ohne jemals damit zu beginnen, strukturelle Missbräuche anderswo besser zu kontrollieren.
Ergebnis: Man bremst seriöse und engagierte Fachleute aus … und lässt den Rest durchgehen.

Seit Jahren ertragen wir ein System, das schwerfälliger wird, sich verkompliziert und sich vor allem von der Realität vor Ort entfernt:
– Digitalisierung fehlt oder funktioniert nicht (keine elektronischen Abkommen, digitale Abrechnung nahezu unmöglich, Papierübermittlungen weiterhin erforderlich).
– Dauerverwaltung: ärztliche Verordnungen, Meldungen, Begründungsberichte, veraltete Nomenklatur …
– Praxen nach geforderten Normen, selbst wenn die Tätigkeit hauptsächlich bei den Patienten zu Hause stattfindet.

Unter diesen Bedingungen können nur wenige selbstständige Kinesitherapeuten ihren Beruf im konventionierten Rahmen ausschließlich in Vollzeit ausüben.
Viele wählen einen Mischstatus oder entwickeln ergänzende Tätigkeiten: Gruppenkurse, Pilates, Osteopathie, Wohlbefinden …
Das ist nicht immer eine Entscheidung für Diversifizierung, sondern oft eine Notwendigkeit, um ein tragfähiges Einkommen zu sichern.
Diese Verlagerung außerhalb des erstatteten Rahmens zeigt eine beunruhigende Realität: Das System ermöglicht es nicht mehr, einfach von der Kinesitherapie zu leben.

Und während die Bedingungen strenger werden, verliert der Beruf an Attraktivität.
Wie soll man den Nachwuchs ermutigen, einen anspruchsvollen Beruf zu ergreifen, der wenig Wertschätzung erfährt, schlecht bezahlt ist und administrativ erstickt?
Viele sind schon in den ersten Jahren entmutigt. Andere wechseln den Weg oder gehen ins Ausland. Eine stille, aber sehr reale Abwanderung.

Es ist nicht mehr nur eine sektorspezifische Krise.
Es ist eine Krise der Kohärenz – und der Gesellschaft.
Man lässt Missbräuche in anderen Bereichen Millionen kosten, ohne zu reagieren.
Aber die Erstlinienversorgung würgen? Das macht man ohne zu zögern.

Wir lehnen Reformen nicht ab. Wir weigern uns, sie weiterhin ohne Dialog, ohne Vision und ohne Respekt für die Leistungserbringer vor Ort hinzunehmen.
Wir fordern ein kohärentes, nachhaltiges und menschliches Gesundheitssystem.
Ein System, in dem Fachleute von ihrem Beruf leben können und unter würdigen Bedingungen versorgen können.

Wir haben nicht mehr den Luxus zu warten.
Wenn sich nichts ändert, werden nicht nur die Leistungserbringer das System verlassen, sondern auch die künftigen Generationen werden nicht mehr einsteigen.
Und am Ende dieser Kette werden die Patienten den Preis zahlen:
längere Wartezeiten auf Termine, steigende Kosten, ungleicher Zugang zur Versorgung …
Es steht die Gesundheit aller auf dem Spiel.

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